Kunigund und Roderich – vom ersten Kuss zum letzten Stich

Eine Ritterpistole in zwei Teilen(P18)

„Leute, nehmt die Wäsche rein, soll sie nicht verloren sein. Reisende Gaukler sind eine große Gefahr, Achtung, Attenione, Aufgepasst, die Glorreichen drei! Sind wieder da. Ihr Jungfraun schnell ins Haus, steckt nicht einmal die Nasen raus. He, Du da, Weib, halt feste deinen Ehemann und lass ihn ja nicht gehn, denn wenn er Kunigunden sieht, dann ists um ihn geschehn.  So mancher schon verlor an sie sein Herz, uns folgen Tausende, das ist kein Scherz. Doch bereitet er dir nichts als Pein, so wirst du mir willkommen sein. Ich werd an deinem Busen rasten,  wie die Sau am Futterkasten. Doch nun genug der derben Scherze, der Worte sind genug gewechselt, lasst uns nun endlich Taten sehn, und neben einger böser Ferze, wird es natürlich auch um Liebe gehn.

Drum hingesetzt und sperrt die Aug und Ohren auf, der Vorhang öffnet sich, das Spiel nimmt seinen Lauf.“

1. Teil: „Die Schreckensnacht der falschen Kunigunde“ (Spieldauer 45 min)

Wüterich: „So du süsse kleine Schnecke, jetzt werde ich dein wilder Recke. Zufrieden jauchzet groß und klein, hier ist ne Wiese, hier wirds jetzt sein. Ich muß nur noch das Schwert ablegen, sonst kann ich mich nicht gut bewegen. Gleich wirst du meine andre Waffe spüren, Nun leg dich hin und wag dich nicht zu rühren!“

Knappe: „Herr Ritter, da muß ich euch leider verdrießen, mein Vater tat mich gut verschließen. Bevor er auf die Jagd tat gahn, legte er mir meinen Keuchheitsgürtel an.“

Wüterich: „Eine alte Ritterregel sagt, begibst du zum dem Weibe dich, vergiß das gute Werkzeug nich. Drum hat der alte Wüterich, für solchen Fall nen Dieterich!“

Knappe: „Ich seh du willst mich nicht verstehn, so muß ich andre Wege gehen. Sie her, ich bin des Fräuleins treuer Knappe, bin also nur ne weibliche Attrappe. Es würd nichts mit dem Sündenfuhl, es sei denn, du bist auch noch schwul. Lieber Gott machs mir bitte nicht noch bittrer, er ist doch nicht ein warmer Ritter?“

2. Teil: Silberhochzeit-Ein Drama aus dem wahren Leben(Spieldauer 45 min)

So ist fürwahr der Lauf der Welt, wie  hier wirds kunstvoll dargestellt.

Die Bösen Menschen ernten ihre Strafen. Die Guten landen in dem Ehehafen.

Wem hier zuviel des Bluts geflossen, der gräm sich nicht, sei nicht verdrossen.

Ich sag es euch als stolzer Vater; das alles hier, ist nur Theater!